21.05.2021 / Artikel / /

Gemeinderatssitzung vom 20. Mai 2021 – CVP erntet Lob für Vorstoss zu Zweisprachen-Klassen

                                                                                                                                                           © Stadt Chur/avb

Die zweite, nachgebesserte Auflage der Botschaft des Stadtrates zum Auftrag der CVP-Fraktion zur Verbesserung der Rahmenbedingungen im Immersivunterricht Deutsch-Romanisch an der Stadtschule hat nicht nur die Erwartungen der Auftraggeber erfüllt. «Es gilt zu anerkennen, dass die Stadtschule hier das Problem an der Wurzel angepackt hat», lobte Fraktionspräsident Peter Portmann an der Mai-Sitzung des Churer Gemeinderates die überarbeitete Botschaft des Stadtrates. Es wurden nämlich nicht nur die kritisierten Drei-Jahrgangsklassen abgeschafft, sondern ein «klares Bekenntnis der Stadt Chur abgegeben, seiner Verantwortung als Hauptstadt des einzigen dreisprachigen Kantons gerecht zu werden», wie es Portmann formulierte. Ausdrückliches Lob an die Adresse der CVP für den Vorstoss gab es auch von der SP, der Partei von Bildungsdirektor Patrik Degiacomi und grössten Fraktion im Gemeinderat. Einziger Wermutstropfen war, dass der zweite Teil des Antrages des Stadtrates, ein klares Bekenntnis zur Finanzierung allfälliger Mehrkosten bei steigender Nachfrage nach Plätzen in den Bilingua-Schulen abzugeben, am Stichentscheid des Ratspräsidenten (Mario Cortesi, SVP) scheiterte.

Zum Auftakt der Gemeinderatssitzung hatte CVP-Gemeinderat Tino Schneider mit einem Antrag die Diskussion zur Botschaft über die Durchführung von Gemeinderatssitzungen ausserhalb von Chur lanciert. Gemeinderatspräsident Mario Cortesi wollte mit einem Grundsatzbeschluss die Möglichkeit schaffen, an seiner geplanten Landsitzung im Herbst an seinem Bürgerort Poschiavo auch die offiziellen Traktanden der Gemeinderatssitzung behandeln zu können. Schneider zeigte sich grundsätzlich offen, mit einem Grundsatzbeschluss Sitzungen «extra muros» zu ermöglichen, allerdings sollte dies nur für Ausnahmefälle vorgesehen sein. «Und eine Landsitzung zählt aus unserer Sicht nicht dazu», meinte Schneider. Nachdem sich auch Fraktionspräsident Peter Portmann mit dem Aufruf, den Churer Gemeinderat auch weiterhin in Chur tagen zu lassen, zu Wort gemeldet hatte und CVP-Gemeinderat Norbert Waser, der als ehemaliger Ratsberichterstatter für das «Bündner Tagblatt» schon an 18(!) Landsitzungen teilgenommen hat, appellierte, auch künftig die Arbeit und das Vergnügen zu trennen, zeichnete sich ein Beibehalten der bisherigen Praxis ab. 10 Enthaltungen bei der Abstimmung über den Antrag der CVP (2:9), wenigstens die Möglichkeit für Ausnahmefälle zu schaffen, bestätigte dann die Vorbehalte des Rates, womit das Thema vom Tisch war.

Vom Rat klar unterstützt wurde der Auftrag von Jürg Kappeler (GLP) zur Erlangung des Labels «Swiss Olympic Partner School» für die Talentklassen der Stadtschule Chur. Seinem Übernahmen «Sportli» nachlebend, meldete sich auch CVP-Gemeinderat Norbert Waser, Gründer und Redaktionsleiter der ehemaligen Wochenzeitung «Bündner Sport», zu Wort. Er lobte das fundierte, 228(!) Seiten starke Bewerbungsdossier, und die Arbeit des Teams rund um Talentklassen-Koordinator Lars Brönimann. Begrüsst wird, dass die angestrebte Reduktion der Wochenstunden an der Talentschule auf 25 Stunden bereits in Angriff genommen wurde, bevor der Label-Entscheid seitens Swiss Olympic gefällt ist. Waser wies weiter auf die Wichtigkeit einer Zustimmung an der bevorstehenden Volksabstimmung über das neue Schulhaus Ringstrasse hin, das neuer Standort der Talentklassen werden soll. Als Befürworter der einstigen Olympia-Kandidatur Graubünden 2022 freut sich «Sportli» bereits darauf, dass künftig wenigstens die Olympischen Ringe an der Partner-Schule von Swiss Olympic an der Fassade des neuen Schulhauses in Chur leuchten werden. /nw