25.01.2020 / Artikel / /

Sandra Maissen – die bürgerliche Alternative für den Churer Stadtrat

Nur einen Tag nach Bekanntwerden der Stadtratskandidatur der Freien Liste/Verda hat die CVP Chur gestern Abend ebenfalls eine Frau für die Stadtratswahlen vom 17. Mai und damit die Nachfolge des Ende Jahr zurücktretenden Stadtrats Tom Leibundgut nominiert. Mit der promovierten Juristin Sandra Maissen (55) setzt die CVP ein klares Zeichen für eine bürgerliche Mehrheit im Stadtrat und bietet damit eine klare Alternative zur grünen Kandidatin.

Mit der Nomination an der seit Wochen festgelegten Parteiversammlung zeigt die CVP, dass sie sich auf die Möglichkeit eines freiwerdenden Stadtratssitzes vorbereitet hat. Mit Sandra Maissen, die nach einer internationalen beruflichen Karriere im Laufe des letzten Sommers mit ihrer Familie in ihre Heimatstadt zurückgekehrt ist, schickt sie eine Frau ins Rennen, die in der CVP tief verwurzelt ist, war sie doch anfangs der achtziger Jahre Mitgründerin der Jungen CVP Graubünden. In einer politischen Familie aufgewachsen (Vater Regierungsrat, Schwester Gemeinderatspräsidentin), legte Sandra Maissen die Matura an der Kantonsschule Chur ab, studierte und doktorierte danach als Juristin an der Universität Fribourg und startete danach eine beeindruckende Laufbahn mit Tätigkeiten im In- und Ausland. Von 2009 bis 2018 sammelte sie als Generalsekretärin der Konferenz der Kantonsregierungen (KDK) im Haus der Kantone in Bern auch auf politischer Ebene Erfahrungen. Zuletzt war sie zwei Jahre als Geschäftsführerin eines Start-up-Unternehmens in Shanghai tätig. Unter grossem Applaus nominierte die Versammlung der Stadtpartei gestern Sandra Maissen als Stadtratskandidatin.

Sitzgewinn im Gemeinderat als Ziel
Ebenfalls nominiert wurden die Kandidaten für die Wahlen in den Gemeinderat. Erklärtes Minimalziel ist die Rückeroberung des bei den letzten Wahlen knapp verlorenen dritten Sitzes. Angeführt wird die Liste, die noch nicht abschliessend besetzt ist, vom bisherigen Gemeinderat Peter Portmann. Den zweiten Listenplatz belegt Stadtratskandidatin Sandra Maissen, die damit zeigt, dass es ihr mit dem Einstieg in die Churer Stadtpolitik ernst ist. Mit dem jungen Grossrat Tino Schneider und dem Journalisten Norbert Waser, langjähriger Gemeinderatsberichterstatter für das „Bündner Tagblatt“, unterstreicht die CVP Chur ihre Ambitionen auf einen Sitzgewinn im Parlament. Bereits nominiert wurden auch Stefan Brülhart-Caprez, Silvio Curschellas, Andreas von Büren, Claudio Casutt und der Haldensteiner Luigi Menghini, der im Falle des einstimmig befürworteten Zusammenschlusses mit der Nachbargemeinde ins Rennen steigt. Der dritte Listenplatz wurde im Moment für eine zweite Frau freigehalten. Für entsprechende Nachnominationen hat der Parteivorstand von der Versammlung grünes Licht erhalten.

Für die am 9. Februar zur Abstimmung gelangenden drei städtischen Vorlagen, neben dem Zusammenschluss mit der Gemeinde Haldenstein, das Tauschgeschäft mit der Bürgergemeinde im Zusammenhang mit der geplanten Verlegung der Kaserne auf den Rossboden und ein Baurecht im Gebiet Trist, wurden einstimmig Ja-Parolen gefasst.