19.12.2017 / Leserbrief / Kultur und Tourismus /

Billag sichert Bündner Kultur

Nur schon die Bezeichnung der Vorlage lässt hellhörig werden: Muss heute alles ins Englische transferiert werden? Haben wir unsere Sprache und Kultur verloren? Also, alles nur noch Mainstreem? Mit einem „yes to noBillag“ verlieren wir in der Tat sehr viel. Gerade wir in Graubünden. Radiotelevisiun Svizra Rumantscha (RTR) beschäftigt über 130 Vollzeitstellen. Sprachenvielfalt und ein Austausch über die Landesteile hinaus gibt es nicht zum Nulltarif. Mit dem breiten Spektrum ihrer Radio- und Fernsehprogramme widerspiegelt die SRG die mehrsprachige und multikulturelle Schweiz. Die Finanzierung erfolgt massgeblich über die Billag. Damit sichern wir Meinungsvielfalt, kulturelle Entfaltung und Stärkung der kulturellen Werte des Landes. Sie fördert schweizerische Kultur unter besonderer Berücksichtigung der Schweizer Literatur sowie des Schweizer Musik- und Filmschaffens. Und darum geht es eben auch: Kein Schweizer Interpret, möge er Florian Ast, 77 Bombay Street, MayDay, Bündnerflaisch oder Breitbild heissen, verdient heute mit dem CD Verkauf seinen Lebensunterhalt. Die Einnahmen über spotify, amazon, apple music und wie sie alle heissen mögen, sind marginal; grosse Kasse wird woanders gemacht. Unsere schweizerische Musikszene ist auf die Einnahmen über die SUISA angewiesen und diese funktioniert nur, wenn einheimische Musik publiziert und gesendet wird. Die SRG SSR ist verpflichtet, einheimische Kulturschaffende zu senden. Denn, noBillag heisst zu gut Deutsch auch weniger bis gar keine Schweizer Kultur. Deswegen lassen wir uns nicht verwirren: Es heisst Nein zu noBillag.

Sandro Ursch, Vorstandsmitglied CVP Chur

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