27.07.2018 / Leserbrief / Städtische Entwicklung /

Protektionismusbestrebungen in Chur

Protektionistische Bestrebungen sind hochaktuell und auf der ganzen Welt im Gange. Infolge der ganzen Globalisierung der Weltwirtschaft oder den Öffnungen von Staatsgrenzen schwindet das Gefühl der Sicherheit. Der Wunsch nach dem eigenen Schutz und dem Erhalt des Bisherigen wird verstärkt. Seit dem Einreichen der Initiative „Für eine lebendige Churer Altstadt- Initiative für den Erhalt der Churer Stadtkinos“ sind diese Tendenzen definitiv auch in Chur angekommen. Die Initiative wurde mit dem verlockenden Titel „Für eine lebendige Altstadt“ aufgepeppt, obwohl es eigentlich nur um den Erhalt der Churer Stadtkinos geht. Dies zeigen ganz klar die beiden im Initiativtext erwähnten Artikel im Baugesetz. Besonders stossend und absurd ist Art. 46 Abs. 1 mit dem Wortlaut „Die Arbeitszone A1 ist für Gewerbe-, Handels- und Dienstleistungsbetriebe (ausgenommen Kinos) bestimmt.“ Weshalb sollen ausgerechnet Kinos ausgenommen werden? Diese Begehrlichkeiten könnten ja auch andere Geschäfte haben. Es darf nicht sein, dass einzelne Betriebe, aus protektionistischen Gründen in einem Baugesetz geschützt werden. Wir brauchen, als staatliche Rahmenbedingung, ein ausgewogenes Baugesetz, welches dem Gewerbe aber ermöglicht, darin ohne weitere Einschränkung marktwirtschaftlich tätig zu sein.

Robert Spreiter
Präsident CVP Chur und Grossrats-Stellvertreter

 

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